Wort der Woche Nr. 90: GNADENSPENDERIN

 

Es gibt also nicht nur Blutspender und Seifenspender, sondern auch Gnadenspender.

Sowas brauche ich : )

 

Auf der webseite www.devotionalien.de gibt es neben der Gnadenspenderin (in verschiedenen Größen und Ausführungen, z. B. handkoloriert oder Holzton) auch eine »Schmerzhafte Maria«.

Auweia. Die brauche ich glaube ich nicht.

 

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Wort der Woche Nr. 89: RÄUBERPISTOLE

 

Als Räuberpistole bezeichnet man eine unglaubliche, haarsträubende Geschichte (die jemand als wahr präsentiert).

Gestolpert bin ich über den Begriff in einer Tatort-Kritik. Dort stand, das Ende sei eine richtige Räuberpistole.

 

Leider kann ich nichts zur Herkunft finden – wie kommt man auf so einen Begriff??

Die englische Übersetzung ist »fish story« oder »cock-and-bull story«, hier kommt immerhin das Wort »Geschichte« vor. 

Nichtsdestotrotz ein wundervoller Begriff, der in meinen Sprachschatz übergehen wird und hoffentlich auch mal Verwendung findet.

 

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Wort der Woche Nr. 88: SOLIDARITÄT

 

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Wort der Woche Nr. 87: IWO

 

»Ach, iwo!« ... bedeutet soviel wie »Ach, keineswegs!«

 

Aber woher kommt das Wort? Oder sind es zwei? I-wo?

Der Duden meint ja, kann mir aber keine Wortherkunft bieten. Dafür zwei neue Wörter, die ich noch nie gehört habe – »im Alphabet davor: ivorisch und dahinter: Iwrit.

 

Iwrit – ein neues Produkt von apple mit Rechtschreibfehler? 

... Jetzt neu: der iWrite, ihr Schreibutensil für jeden Tag!

 

Aber ich schweife ab – woher kommt i wo?

»des is bayrisch, einfach a Dialekt« schreibt ein user bei GuteFrage.net.

Mmh, also von I(ch) wo(iss net = weiss nicht) ...?

 

PS: Der Hauptkommissar vom Münchner Tatort heißt übrigens Ivo ; )

 

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Wort der Woche Nr. 86: SCHLIMMER ...

 

Gerade ältere Leute sagen gerne »Ich habe ein schlimmes Knie / einen schlimmen Fuß / ...«, wenn sie ausdrücken wollen, dass sie gesundheitliche Probleme an einem Körperteil haben.

 

Aber ein Schlimmer Finger, den hat man nicht, den kennt man nur.

 

Laut Definition »ein Schlingel / ein Gauner / jemand, der (Klein-)kriminell ist«. Aber wieso Finger?

Vielleicht ein Wort-Kumpan vom bekannten Langfinger, bei dem sich mir die Bedeutung allerdings logisch erschließt. 

 

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Wort der Woche Nr. 85: HINTERLISTIG

 

Nicht nur sauber, sondern rein. Nicht nur listig, sondern hinterlistig.

Listig hat noch was positives, was keckes. Hinterlistig ist ein ganz anderes Kaliber, was mieses.  Wie Böll in der Feuerzangenbowle sagte: »Bah, wat habt ihr für ne fiese Charakter!« [Das weiß ich, weil ich den in der sechsten Klasse in der Theater-AG gespielt habe]. 

Aber warum ist das »hinter« davor so degradierend?

 

Das Wort kommt aus dem mittelhochdeutschen: hinderlistec = nachstellend

 

Wow, der Duden bietet als Synonym »mephistophelisch« an.

Das geht definitiv in meinen Wortschatz über – leider habe ich äußerst selten mit solchartigen Menschen zu tun ... werde wohl mal wieder die Feuerzangenbowle gucken ...

 

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Wort der Woche Nr. 84: HERR GESANGSVEREIN

 

Ach du lieber Herr Gesangsverein!

Nich mal annäherungsweise könnte ich vermuten, woher dieser Ausspruch kommt ... daher versuche ich mich gar nicht erst in Hypothesen.

 

Aber noch während ich recherchiere, rattert mein Kopf:

»Herr« ist singulär – also eine Person, ein  Verein hingegen hat mindestens 7 Personen (laut § 56 BGB), das passt ja schon mal nicht.

Und warum überhaupt Gesangsverein, heisst das nicht Chor?

 

Und erstaunlicherweise finde ich auch keine ordentliche Erklärung, wie diese Phrase zustande gekommen ist. Mein lieber Scholli!

 

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Wort der Woche Nr. 83: ESELSOHR

 

Warum muss das arme Grautier dafür herhalten, wenn Leute Schindluder (war auch mal Wort der Woche) mit Printprodukten treiben? Warum heisst es nicht Hasenohr, die haben doch viel archetypischere Knickohren? In England werden Eselsohren interessanterweise als dog-ear (Hundeohr) bezeichnet.

 

Ich bin übrigens auch ein »Knicker«, deshalb leiht mir eine Freundin (ehemalige Buchhändlerin) nur noch ungern ihre Lektüren aus, sie bekommt nämlich jedesmal Herzrasen und eine ungesunde Gesichtsfarbe, wenn man diesem Hobby frönt.

 

PS: Ein Eselsohr ist desweiteren auch ein rötlicher, auch rosa- oder orangefarbener essbarer Schlauchpilz mit kurz gestieltem Fruchtkörper, der einseitig ohrförmig ausgezogen ist.

 

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Wort der Woche Nr. 82: KLITSCHNASS

 

Mal wieder ein Rätsel-Wort: »Nass« ist logisch, aber was soll das »Klitsch« davor?

 

Klitschnass heisst für mich, dass man nicht nur ein bißchen nass ist, fleckenweise oder nur an der Oberfläche (nach Nieselregen), sondern dass man komplett durchnässt ist. So doll, dass sich eine Lache unter einem bildet, wenn man stehenbleibt.

 

Als Synonyme werden mir angeboten:

klatschnass, klitscheklatschenass, pitschnass, patschnass, pitschepatschenass.

 

Die Schweizer haben auch ein tolles Wort dafür: pflotschnass

 

Die Herkunftserklärung von wiktionary (woanders finde ich nichts) leuchtet mir nicht ein:

von klitschen (mit hellem Ton klatschen).

Wer weiss mehr?

 

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Wort der Woche Nr. 81: PLENK

 

Kennt jemand Astrid Lindgrens »Pippi findet einen Spunk?«

Spunk ist ein ausgedachtes Wort, zu dem erst noch ein Inhalt/Sinn gefunden werden muss.

 

Als ich »Plenk« gehört habe, dachte ich, der Sachverhalt sei ähnlich. Tatsächlich gibt es das Wort schon seit 1988.

Plenk (vom englischen blank für „(das) Leerzeichen“) bezeichnet im Netzjargon ein typografisch falsch gesetztes Leerzeichen vor einem Satzzeichen oder Wortzeichen. 

 

Beispiel: Es kommt anders ,wenn man denkt.

 

Leider ist das Wort (noch) nicht im Duden verzeichnet, auch das Tu-Wort »plenken« wird dort vermisst. (Liebes Duden-Team, das war ein Wink mit dem Zaunpfahl!).

 

Interessanterweise habe ich im Netz den »Plenk-Verlag« gefunden – und der sieht nicht so aus, als ob die sich aus Jux den Namen gegeben hätten ... 

 

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Wort der Woche Nr. 80: SIEBENSACHEN

 

Das Wort steht schon sehr lange auf meiner Liste,  und da die Drei ??? jetzt »Das Rätsel der Sieben« gelöst haben, nehme ich das zum Anlass mich um »Das Rätsel der Siebensachen« zu kümmern.

Ist die Lösung so einfach, wie mein spontaner Geistesblitz mir weiszumachen glaubt?

»Wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen ...«

[dieses Lied wird übrigens zu einer pentatonischen Melodie gesungen!]

 

Also sind die Siebensachen sozusagen das Wichtigste, das Notwendige?

 

Der Duden verschweigt mir die Herkunft. Je mehr ich suche, desto mehr vage Herkunftsvermutungen gibt es – sieben als mystische Zahl, sieben Tage der Woche, sogar auf die Teile einer Ritterrüstung wird verwiesen ... da ist mir die Erklärung mit dem Kuchen-Lied doch die liebste.

 

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Wort der Woche Nr. 79: VERBLÜFFT

 

Man ist ERstaunt, ERbost, ERmattet, ERblasst  

– warum ist man dann VERblüfft und nicht

ERblüfft?

Erstaunt kommt von »staunen«, erbost von »böse sein« (müsste dann ja eigentlich »erböst« heißen«), ermattet von »matt sein«, aber woher kommt verblüfft?

 

Verblüfft kommt aus dem Niederdeutschen - mittelniederdeutsch vorbluffen = in Schrecken versetzen, überrumpeln

Als Synonym für »verblüffen« nennt der Duden u. a. »jemandem die Schuhe ausziehen« – die deutsche Sprache ist doch immer wieder eine Freude

 

Bleibt die Frage: warum hat man sich nicht »Erliebt«???

 

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Wort der Woche Nr. 78: GRUNDGÜTIGER

 

Bevor ich manche Texte schreibe, recherchiere ich gerne bei Duden.de ... oder bei schutzstation-wattenmeer.de – siehe unten ; )

Diesmal möchte ich mich gerne erst hemmungslos eigenen Spekulationen und Hypothesen hingeben.

 

Grundgüter, das muss jemand sein, der eine bestimmte Basismenge Güte besitzt. Komisch nur, dass man den Namen nur in brenzligen (siehe auch unten) Situationen ausruft, eher so wie »OhGottohGott!«.

Ist es etwa so, dass Gott der Grundgütige ist? Warum dann dieser Wort-Umweg?

Jetzt ist es soweit, ich werde mal forschen.

 

Kaum zu glauben, »Grundgütiger« liefert bei Duden keinen Treffer – ... meinen Sie Grundgütige? ...

 

grundgütig

Bedeutung: sehr gütig, von Herzen gut

Beispiel: Sie ist eine grundgütige Frau

 

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Wort der Woche Nr. 77: FAUSTREGEL

 

Dazu fallen mir spontan zwei Sachen ein: 1. Bud Spencer-Filme und 2. die Eselsbrücke, wie man sich merken kann, ob ein Monat 30 (bzw weniger) oder 31 Tage hat (ihr wisst schon, mit Knochen  sind es 31!).

 

Die Herkunft der Bezeichnung ist leider nicht geklärt, daher vermute ich jetzt mal: Entweder ist das Problem so einfach, dass fünf Finger zum ausrechnen reichen oder du kriegst eins auf die Birne!!

 

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Wort der Woche Nr. 76: WURSTSHOP

 

Was in Drei-Teufels-Namen fotografiert die Frau da?? 

 

Fünf Augenpaare starren mich entgeistert an – drei Frauen und zwei Männer um die fünfzig

sind verunsichert von der Situation.

Definitiv fotografiere ich ein Motiv, das sich

NICHT in ihrem Foto-Repertoire befindet. 

 

Und in meinem Wort-Repertoire befand sich bisher definitiv NICHT dieses Wort: »Wurstshop«.

Klingt so, als ob man seine Mortadella in diversen Farben, Größen und Dessins (was ist das überhaupt?? Dem wird demnächst auf den Grund gegangen...) aussuchen könnte ...

 

Nicht nur das ist bedenklich, sondern auch dieses schlimme Konglomerat aus englisch und deutsch.

 

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Wort der Woche Nr. 75: KAFFEEWASSER

 

Manchmal lese oder höre ich ein Wort, das ich schon lange kenne und ich kann es trotzdem nicht einordnen oder mein Gehirn verpasst ihm spontan einen neuen Sinn.

Neulich las ich »Kaffeewasser« und ich wunderte mich sofort, was das für eine Plürre sein sollte, wer trinkt denn sowas?? (Plürre oder Plörre, wie´s beliebt. Plörre gibt´s weiter unten).

 

Und erst wesentlich später erfasste ich den eigentlichen, mir durchaus bekannten Sinn: Wasser, das aufgesetzt wurde, um damit Kaffee zu bereiten

Es gibt auch Teewasser, Kartoffelwasser, Nudelwasser ... nur von Reiswasser habe ich noch nie gehört!?

 

Randnotiz: sollte die Redewendung »Kaffee kochen« nicht in Ruhestand gehen?

Als halber Kaffeekenner weiß ich, dass man Kaffee nur mit 98°C warmem Wasser aufgießen soll.

Also bitte: Ab jetzt »Kaffee aufbrühen« oder »Kaffee zubereiten« verwenden, bitte. Danke.

 

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Wort der Woche Nr. 74: BRENZLIG

 

Ich hatte schon so eine Ahnung, dass das Wort etwas mit Brand = Feuer zu tun hat.

Tatsächlich hat es laut Duden zwei Bedeutungen, wobei ich es in der ersten Bedeutung noch nie gehört habe.

 

1. (veraltend) verbrannt, nach Brand [riechend]

 

2. (umgangssprachlich) bedenklich, gefährlich

 

Leider kann ich auch nicht herausfinden, ob die zweite Bedeutung von der ersten abgeleitet wurde (= Es ist gefählicht, weil es nach Feuer riecht).

Natürlich gibt es in der deutschen Sprache noch Steigerungsformen, die in diesem Fall lauten:

»brenzliger« und im Superlativ »am brenzligsten«, aber die gibt es wohl nur in der Theorie.

 

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Wort der Woche Nr. 73: STÖRENFRIED

 

Wenn man sich das Wort mal näher betrachtet, ergibt es doch gar keinen Sinn.

»Stören« und »friedlich sein« wiederspricht sich ja eher – oder soll »Fried« ein Name sein?

Das hieße, theoretisch könnte es auch heißen: Störenwalter ...? So, bevor es zu philosphisch wird, hilft mir der Duden weiter:

 

Satzwort, eigentlich = (ich) störe den Fried(en)

 

Im weltweiten Netz habe ich einen tollen Schlüsselanhänger gefunden, den ich mir eigentlich sofort bestellen muss: Störenfrieda! 

 

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Wort der Woche Nr. 72: HA-HA

 

Dieses tolle Wort hat mir mein Bruder aus seinem Schottland-Urlaub mitgebracht.

Er grinste wie ein Schuljunge, als er mich fragte: »Weißt du, was ein Ha-Ha ist?« 

Ich dachte natürlich, er will mich veräppeln, als er wie folgt (oder so ähnlich) erklärte:

 

Also, wenn damals ein Schlossherr eine Wiese hatte und nicht wollte, dass Schafe, Rehe oder Touristen auf sein Grundstück kommen, er aber auch keine Mauer sehen wollte, hat er ein Ha-Ha gebaut (wohl eher bauen lassen ...).

Dazu wurde erst eine Senke ausgehoben und in die hinein wurde eine Mauer gebaut. So hatte der Schlossherr ungehinderte Sicht auf die Landschaft und trotzdem konnte niemand auf das Grundstück gelangen! 

Und wenn dann jemand kam, der das Schloss sehen wollte, ging dieser erst näher (auf die Entfernung kann man ein Ha-Ha nicht sehen) um dann, wenn er die Mauer sah, auszurufen: »Ha-Ha!«.

 

Es gibt übrigens ein ein- und ein zweiseitiges Ha-Ha! (siehe unten).

 

 

Einseitiges Ha-Ha
Einseitiges Ha-Ha
Zweiseitiges Ha-Ha
Zweiseitiges Ha-Ha

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Wort der Woche Nr. 71: ECHAUFFIEREN

 

Wieder so ein Wort, wo es wundertolle Synonym gibt, etwa »in Harnisch geraten« oder »sich aufpudeln« oder »einen Tanz aufführen«.

Getrennt wird übrigens echauf-fie-ren und nicht wie ich gedacht hätte e-chau-ffie-ren. Nur falls es wen interessiert ...

 

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Wort der Woche Nr. 70: KOMMISSAR ZUFALL

 

Ich habe herausgefunden, dass der besagte Herr in Rosenheim wohnt, titelte doch die Süddeutsche: Kommissar Zufall fasst den »Rosenmörder«

 

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Wort der Woche Nr. 69: TUSCHEPLÖRRE

 

In Judith Schalankys Roman »Der Hals der Giraffe« tragen Schüler der von der Protagonistin verhassten Kunstlehrerin »Tuscheplörre« über den Schulgang. 

Schmutziggraues Überbleibsel einer Malstunde.

 

Schon als Kind war ich frustriert angesichts des Aufwands, den man beim Pelikan-Malkasten betreiben musste, um wenigstens etwas Farbe an den Pinsel zu bekommen.

Was für ein Glücksgefühl, als ich viel später (im Studium) meine ersten Schmincke-Farben ausprobierte.

 

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Wort der Woche Nr. 68: UNWETTER

 

Übers Wetter reden ist ja schon ein laufender Witz beim kleinen Gespräch.

Und was ist mit Unwetter? Was soll das eigentlich sein – ein Wetter, das nicht ist? Ein Anti-Wetter?

Ist Sonnenschein ein »Unregen« oder »Unnebel«?

Sachdienliche Hinweise bitte an ahoi@frieda-werkstattladen.de!

 

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Wort der Woche Nr. 67: MIRNICHTSDIRNICHTS

 

Bei Duden steht [u. a.]: 

» ... entstanden als Ellipse aus zwei aneinandergereihten Sätzen: [es schadet] m. nichts, [es schadet] dir nichts ...«

 

»als Ellipse ...«

Das ist das Tolle hier, man erforscht was Schönes und findet was noch viel Schöneres : )

 

In Wahrheit wird »mirnichsdirnichts« natürlich in vier Wort-Einheiten getrennt, aber ich finde es als Konglomerat grandioser.

 

Ich kann mich schwach erinnern, dass Otto damals ja sehr oft Englisch persifliert hat, unter anderem:

»I make me me-nothing you-nothing out of the dust! «!

 

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Wort der Woche Nr. 66: KRÄMER

 

Ein in Deutschland gebräuchliches Synonym für Kleinhändler oder Tante-Emma-Laden.

  

Wer kennt nicht Herrn Oleson [ja, wird so geschrieben] aus »Unsere kleine Farm« oder Mr Hobbs aus »Der kleine Lord« [der dort allerdings als Gemischtwarenhändler tituliert wird].

Wie gerne hätte ich als Kind auch mal auf einem Sack Bohnen oder Getreide gesessen und einen Ingwerkeks geknabbert – in einem Laden, in dem es ALLES gibt [bißchen geflunkert].

Heutzutage geht man in den Supermarkt und muss sich zwischen 50 Sorten Marmelade entscheiden – wenn man mit 50 überhaupt hinkommt! 

 

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Wort der Woche Nr. 65: KRIMINELLE ENERGIE

 

Es gibt Solarenergie, Windkraft ... und kriminelle Energie : ) 

Ich stelle mir vor, wie jemand Mitglieder der Cosa Nostra und der Russenmafia oder Yakuza in einen Raum sperrt und – wie auch immer – die entstehenden Spannungen in Strom umwandelt. Aber von »sauberer Energie« kann dann wohl keine Rede mehr sein ...

 

Interessant – aber kaum überraschend – finde ich übrigens, dass gleich der vierte Beitrag bei Google von Silvio Berlusconi handelt.

 

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Wort der Woche Nr. 64: DOPPELT GEMOPPELT

 

Total verrückt: laut Duden heisst gemoppelt: doppelt!

Also doppelt doppelt! 

Also vierfach!!!!

 

Wenn man »doppelt gemoppelt« recherchiert, stößt man zügig auf den Begriff

»Tautologie«.

 

Tautologie

1. derselbe Ausdruck wird mit einem sinngleichen oder sinnverwandten Ausdruck

     noch einmal gesagt

2. derselbe Ausdruck wird zweimal verwendet

 

... siehe auch »klammheimlich« weiter unten!

 

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Wort der Woche Nr. 63: KLAR SCHIFF

 

Hat laut Duden die Bedeutung »Gefechtsbereitschaft« und kommt aus der

Seemannssprache. [Ach ...?]

 

Erst bei intensiverer Recherche finde ich unter »Schiff« die Redewendung »klar schiff machen« 

Bedeutung:

1. Seemannssprache; das Schiff säubern

2. umgangssprachlich; eine Angelegenheit bereinigen

3. umgangssprachlich; gründlich aufräumen, sauber machen.

  

Ich finde es ist ein wunderbarer, kraftvoller Ausdruck, der viel positiver klingt als »aufräumen«.

... auch oder gerade wenn man nicht am/auf dem Meer wohnt : )

  

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Wort der Woche Nr. 62: LUPFEN

 

mittelhochdeutsch, Herkunft ungeklärt, vielleicht im Sinne von »in die Luft heben«

verwandt mit Luft [Duden]

 

Und jetzt alle obacht: es gibt auch »den Lupfer«!

[Bedeutung: Schuss, bei dem der Ball in einem sanften Bogen über einen Gegenspieler, eine Gegenspielerin hinweg geschossen wird ... ebenfalls Duden : ) ]

 

Tatsächlich hatte ich als erstes Bild vor Augen, wie jemand mit dem Fuß einen Ball anhebt. 

Könnte man theoretisch auch sagen: »Ich lupfe dir Stück Kuchen von der Tortenplatte«? Oder: »Soll ich ihren Ölstand prüfen?« – »Gerne, ich lupfe gerade die Motorhaube!«

 

Klingt irgendwie komisch, obwohl die Synonyme gut passen würden: 

[an]heben, hochheben, in die Höhe heben.

 

Wahrscheinlich ist »lupfen« doch eher auf den Fußballkontext bezogen, wie ja auch schon die Hauptwortbedeutung erahnen lässt.

 

ps: »Der Lupfen« (auch Hohenlupfen) ist mit 976,6 Meter über Normalhöhennull der höchste Berg der Baar (Hochebene in Südwestdeutschland).

 

... witzig: »hohen-lupfen« ist ja schon wieder doppeltgemoppelt, oder?

  

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Wort der Woche Nr. 61: BUDENZAUBER

 

Budenzauber veranstalten, das heisst für mich, jemand macht »viel Lärm um nichts, lauten Quatsch, intensiven Hallodri« – weit gefehlt!

Budenzauber hat laut Duden diese Bedeutungen:

 

1. ausgelassenes Fest, das jemand in seinem Zimmer oder in seiner Wohnung feiert

2. durch Beleuchtung und entsprechende Dekoration hervorgerufener traumhaft-unwirklicher Effekt, den die Buden auf einem Weihnachts- oder Jahrmarkt erzeugen

 

Ah, aber da – ganz unten – entdecke ich noch:

... in übertragener Bedeutung: die Gewerkschaft soll an den Verhandlungstisch zurückkehren und nicht wochenlang Budenzauber veranstalten.

 

Dann lag ich ja doch nicht ganz falsch : )

 

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Wort der Woche Nr. 60: SCHREIBTISCHBEFREIER

 

Ein Traum wird wahr: Bei einem Büromaterial-Anbieter habe ich ein Produkt mit dem wunderbaren Namen »Schreibtischbefreier« entdeckt. Vor meinem geistigen Auge erscheint ein Superheld mit wehendem Umhang, der – unterlegt mit dramatischer Musik – Ordnung auf meinem Schreibtisch schafft.

Wo kann ich bestellen? Wie oft kommt er? Ordnet er meine Sachen alphabetisch oder chronologisch? Die müde Erkenntnis: Bei einem Schreibtischbefreier handelt es sich um ein profanes Zusatzregal, seufz...

Und dann auch noch die Farbe: lichtgrau ... klingt eher nach Unfarbe.

 

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Wort der Woche Nr. 59: BELUSTIGUNGSGESCHÄFT

 

Neulich, auf dem Weg zur Arbeit, fiel mir ein Banner an der Straße auf, eine Reklame für die Kirmes. Es wurde dort extra auf »Belustigungsgeschäfte« hingewiesen – leider gab es keine weitere Erläuterung und außerdem sprang die  Ampel auf Grün und ich musste weiterfahren.

Belustigungsgeschäfte, das klang sehr professionell, aber auch ein bisschen abgebrüht.

Mir fiel Tim Taler ein – der Junge, der sein Lachen verkauft hat.

Ein wenig Nachforschung ergibt, dass ein Belustigungsgeschäft eigenltich nichts anderes ist als eine »Kirmesbude«. Die englische Übersetzung ist übrigens tatsächlich »amusing business«.

 

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Wort der Woche Nr. 58: ÜBELTÄTER

 

Mögliche Synonyme könnten vielleicht sein: »Mistmacher«, »Schabernacktreiber«, »Unfugansteller«, »Bösestuer« ... [habe ich mir gerade ausgedacht].

 

Als offizielles Synonym finde ich das Wort »Mordbrenner«. Das habe ich noch nie gehört oder gelesen.

Kurzfristige Seitenrecherche ergibt: 

jemand, der einen Brand legt und dem es dabei auf Menschenleben nicht ankommt [Duden].

Da bleibe ich doch lieber beim Narreteiverursacher ... äh ... »Übeltäter«!

 

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Wort der Woche Nr. 57: KUNTERBUNT

 

 Bunt ist einfach, aber was heißt »kunter«? 

Meine Vermutung, dass es schwedischen Ursprungs ist,  erweist sich als falsch.

Es kommt vom frühneuhochdeutsch contrabund = vielstimmig, zu.

 

Es gibt sogar eine Steigerung von kunterbunt: kunterbunter.

Famos auszusprechen und noch lustiger die Vorstellung, etwas könnte noch bunter als kunterbunt sein.

  

Im Orignial heißt Pippis Haus übrigens Villa Villekulla.

 

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Wort der Woche Nr. 56: KLEINKARIERT

 

Laut Duden kommt das Wort »nach dem Vergleich eines kleinlichen Menschen mit dem Linienmuster auf Millimeterpapier«.

Unter anderen Umständen hätte es vielleicht »engliniert« geheißen ...?

 

In meiner allerersten Schulstunde, als ich in mein allererstes Schulheft schreiben sollte/durfte, hat unsere Lehrerin beschrieben, in welchen Kästchen wir anfangen sollen zu schreiben: von der linken oberen Ecke drei Kästchen nach rechts und dann drei Kästchen nach unten.

Ich habe da möglicherweise den ersten Kontakt mit Kleinkariertheit gehabt – und gleich im doppelten Sinne!

 

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Wort der Woche Nr. 55: KOMPETENZZENTRUM

 

Eine Bekannte erzählte mir letztens, sie arbeite im Kompetenzzentrum.

Da war ich schon ein bißchen neidisch.

Weil – wer im Kompetenzzentrum arbeitet, der muss sich ja als außerordentlich kompetent erweisen haben.

Wie wohl der Ausbildungsgang heißt …?

 

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Wort der Woche Nr. 54: ZUSAMMEN BRECHEN

 

Neulich ist mir ein Hurenkind untergekommen – und was für eins.

Ich las meinem Sohn eine Geschichte vor, in der ein Kind auf seinem Bett tobt und da brach das Bett ... »auseinander« sagte ich schon mal, obwohl das letzte Wort erst auf der nächsten Seite stand und ich es noch nicht gelesen, aber vorausgeahnt hatte.

Aber – das Bett brach nicht etwa auseinander, sondern zusammen ...!?!

Potzblitz, wie können denn zwei entgegengesetzte Worte doch das gleiche bedeuten?

 

Ich muss gestehen, ich habe vorher immer ein bißchen über die »typografischen Sünden« Schusterjunge und Hurenkind geschmunzelt, da ich beides bisher nicht als wirklich schlimm empfunden habe. Aber jetzt ... :  )

 

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Wort der Woche Nr. 53: GRUNDEIS

 

Bedeutung: Eis, das sich am Boden von Binnengewässern bildet

 

Bei »woher-stammt.de« erfahre ich, wie es zu dem allseits bekannten Sprichwort kommt:

In der Redensart bezieht man sich auf das Losbrechen des Grundeises nach der Frostperiode. Dieses Losbrechen geschieht unter erheblichem Lärm und wird mit den Magengeräuschen verglichen die beim Durchfall als Begleiter von Angst und Feigheit auftreten.

 

Die Art der Formulierung leuchtet mir  trotzdem leider nicht ein.

 

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Wort der Woche Nr. 52: MOLLE

 

Früher hieß es für mich nicht »ab ins Bett«, sondern »ab in die Molle«. Fast hätte ich das vergessen.

Molle war für mich gleichbedeutend mit Geborgenheit, Schutz, Wärme und nicht einfach ein Synonym für »Schlafstätte«. 

 

Molle hat verschiedene Bedeutungen:

1. berlinerisch: Glas Bier

2. sächsisch: Bett

3. norddeutsch: Mulde, Backtrog

 

Sehr gut finde ich auch die gleichzeitige Bedeutung Nr. 3: »Mulde, Backtrog«.

Ein Wort, dass definitv wieder in meinen Wortschatz übergehen wird!

 

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Wort der Woche Nr. 51: RÄUBERLEITER

 

Übt man diese Art des Kletterns aus, wenn einem die Leiter geräubert wurde?

Oder ist sie tatsächlich den Räubern vorbehalten, die – damit sie nicht auffallen – keine normale Leiter mit sich herum schleppen?

Ist ja auch eine kleine Schweinerei, jemand anderes Schuhe oder gar Füße (!) mit beiden Händen anzufassen, da schmecken z.B. die ergatterten Äpfel von Nachbars Apfelbaum nur noch halb so gut.

 

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Wort der Woche Nr. 50: SYMPATHISANT

 

Wenn ich versuche, das Wort objektiv zu analysieren, würde ich erstmal vermuten, dass es von »sympathisch« kommt. Aber keiner würde seine Freunde oder Bekannte als Sympathisanten titulieren.

Meine Recherche ergibt, das es von »sympathisieren« hergeleitet wird und nur im Zusammenhang mit  [extremen] politischen oder gesellschaftlichen Gruppen auftaucht, als Beispiel wird direkt die RAF genannt!

 

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Wort der Woche Nr. 49: PLÄSTERN

 

Dieses Wort kenne ich eigentlich nur von zuhause, aus meiner Kindheit.

Wenn es plästert, dann regnet es heftig – so, dass man nicht vor die Tür gehen möchte [bei manch anderem Regen würde ich sehr wohl vor die Tür gehen]. 

 

Laut Duden kommt das Wort aus dem Niederdeutschen, wohl eigentlich = (mit Mörtel) bespritzen [vgl. niederländisch pleisteren = verputzen], letztlich zu mittellateinisch (em)plastrum, Pflaster

Ist das nicht schön? ... »wohl eigentlich«, hier wollte sich anscheinend keiner festlegen!

 

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Wort der Woche Nr. 48: SCHINDLUDER

 

Mit jemandem, etwas Schindluder treiben

Oft frage ich mich bei übersetzten Romanen, wie manche Sätze wohl in Original lauteten. Wie könne man »Schindluder treiben« in andere Sprachen übersetzen? Ich könnte kaum im deutschen eine andere Ausdrucksweise finden.

 

Im Duden wird »Schindluder treiben« mit »jemanden/etwas übel behandeln« erklärt. Ich hätte gesagt, Schindluder treiben heisst eher, Unfug anstellen. 

Die Floskel kommt aus dem Niederdeutschen, eigentlich = totes Tier, das geschunden [= abgedeckt] wird. Aber woher der Zusatz »Luder«?

 

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Wort der Woche Nr. 47: ERBOST

 

Also nicht böse sondern eben »erbost«. Quasi gerade erst geworden und nicht als Dauerzustand, sondern nur als vorübergehende Erscheinung zu werten.

Ich habe schon öfter Eltern sagen hören: »Gleich werde ich böse!«. Aber hat schon mal jemand gesagt: »Gleich bin ich erbost«?? Klingt dann auch irgendwie nicht ernstzunehmen. Ich werde es mal ausprobieren.

 

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Wort der Woche Nr. 46: KARG 

 

mittelhochdeutsch karc, althochdeutsch karag

Schon die geringe Anzahl an Buchstaben, die man für dieses Wort zu spenden bereit war, verweist auf die Bedeutung: nicht üppig/reichlich, sehr schmucklos, ohne äußeren Aufwand.

Ich höre förmlich meinen damaligen Klassenlehrer, der darauf bestehen würde, das »r« deutlich mit auszusprechen. Fast hätte man dem Wort nicht mal sein »r« gegönnt.

 

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Wort der Woche Nr. 45: WINDHAUCH

 

Oh wie schön. Allein die Vorstellung, dass der Wind vorischtig oder müde haucht, erschöpft vom anstrengenden Tag.

Ein Freund hat mir mal erzählt, dass er mit einem kleinen Segelboot auf einem See war und dann sei »der Wind eingeschlafen« und er musste zurück rudern. Ich war ganz entzückt ob dieser mir bis dahin unbekannten Redewendung, er zeigte sich eher verständnislos.

 

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Wort der Woche Nr. 44: LINSEN

 

Ich meine nicht DIE Linsen [krautige Gemüsepflanze], sondern DAS linsen = verstohlen blicken; spähen, laut Duden übrigens ein schwaches Verb.

Können Erwachsene linsen? Ich stelle mir einen kleinen Jungen mit einer Zwille vor, der gerade aus seinem Versteck [vielleicht einem Baumhaus?] späht, auf was er unerkannt zielen kann oder ob er nach beganngener Tat Unheil angerichtet hat [und hoffentlich bisher nicht entdeckt wurde ...].

 

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Wort der Woche Nr. 43: FLUGS

 

Ein leider viel zu selten genutztes Synonym für »schnell, sofort, sogleich«.

 

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Wort der Woche Nr. 42: SÜSSWASSER

 

Wie wohl jeder bin ich als Kind dem Irrtum erlegen, dass Süßwasser auch süß ist. Ich war sehr enttäuscht, als ich erfuhr, dass ein einfach nur »nicht salzig« ist.

Aber warum dann Salzwasser und Süßwasser? Warum nicht Salzwasser und Neutralwasser? Oder Süsswasser und Salzigwasser?

Es gibt übrigens auch noch Trinkwasser und Frischwasser. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollt sich im Fachgebiet Limnologie kundtun. Prost!

 

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Wort der Woche Nr. 41: SKIFLIEGEN

 

Irgendwann im Auto erfuhr ich aus dem Radio, dass jemand einen Preis im Schief-liegen gewonnen hat und ich war sehr verwirrt. War heute etwa der 1. April? Oder was sollte diese komische Meldung? Sollte es sich um ähnlichen Schabernack handeln wie die Auszeichnung in einem Luftgitarren-Wettbewerb? Ich stellte mir vor, wie ein Wettbewerb im »Schief-liegen« aussehen könnte. Dann – sehr spät – wurde mir mein Verhörer klar und ich fand es dann fast ein bißchen schade.

 

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Wort der Woche Nr. 40: WÜTENT (MIT »T«)

 

»Emma war wütent. Wütent! Mit t!«

Auch wer »Emmas Glück« als Film gesehen hat, sollte sich die Freude gönnen, das Hörbuch zu hören. Es ist von der Autorin gelesen, was nicht immer zum Vorteil einer Geschichte ist, aber bei dieser Geschichte bestimmt.

Emma ist unter anderem wütent (mit »t«), weil Max ihr Moped repariert hat. Warum das so schlimm ist, werde ich hier nicht verraten ...!

Auf jeden Fall sollte diese Wortkreation für besondere Anlässe mit in den Duden aufgenommen werden.

 

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Wort der Woche Nr. 39: LICHTERLOH

 

Aus älterem li(e)hter Lohe = mit heller Flamme

Mit hellen, aufschlagenden Flammen brennend [Duden]

 

... was sind aufschlagende Flammen? Schön finde ich, dass es dieses Adjektiv nur im Zusammenhang mit »brennen« gibt. Vor meiner Recherche hätte ich »lichterloh« als stark oder unlöschbar brennend definiert, und dass es lichterloh nur im Dunkeln brennen kann, nie im Hellen.

 
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Wort der Woche Nr. 38: DICKICHT

 

veraltet Dickigt, abgeleitet von dick

 

Ein dicker Wald, oder eine dicke Stelle in einem Walde, welche stark mit Unterholze bewachsen ist. [Quelle: Oekonomische Encyklopädie]

 

Das Unterholz hatten wir ja schon, Dickicht ist auch so ein wunderbares Wald-Wort.

Ein Dickicht ist dicht und undurchdringlich und man kann sich darin verbergen, es ist also einerseits unheimlich und andererseits schutzgebend.

Dickicht ist ein Wort, dass ich meines Wissens noch nie selbst verwendet habe, wahrscheinlich bin ich zu selten im Wald unterwegs. Bisher musste ich mich auch allerdings noch nie vor jemandem im Dickicht verbergen – alle Drachen, böse Wölfe und Räuber Hotzenplotz sind ausgestorben ...

 

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Wort der Woche Nr. 37: OBACHT

 

von »ob« = [gehoben veraltend] wegen, über und »Acht«

[eigentlich = Acht über etwas]

 

Herrliche Alternative zu: Achtung! 

Hört sich nicht so schlimm wie ein »Erwachsenen-Verweis« an, sondern eher wie »Aufgepasst!«. Wird übrigens Ob | acht getrennt, ich hätte spontan nach dem »O« getrennt.

 

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Wort der Woche Nr. 36: KLEINLAUT

 

Was für eine wundersame, wunderschöne Adjektivkombination! 

Und so »viel-aussagend« in einem Wort, weiss man doch sofort, dass derjenige, der etwas »kleinlaut« sagt, vorher ganz anders geklungen haben muss.

Dank Duden weiss ich jetzt nicht nur, dass es von »kleinlaut« einen Superlativ gibt [»am kleinlautesten« – interessant, wann braucht man den wohl?] sondern auch, dass es ein landschaftliches Synonym gibt, welches ich noch nie gehört habe: »bedripst«.

Jetzt bin ich voller Vorfreude, dieses Wort demnächst mal zu gebrauchen – aber wie könnte ein möglicher Satz lauten ...?

Weitere Duden-Forschung ergibt: landschaftlich bedripsen = beträufeln; nass machen, eigentlich = (vom Regen überrascht und) durchnässt. 

 

Ich weiß gar nicht, warum Mark Twain immer so über die deutsche Sprache geschimpft hat!

 

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Wort der Woche Nr. 35: MESOZOIKUM

 

Ja, ich musste nachgucken, wie das Wort geschrieben wird [Ich lag übrigens richtig].

Ja, ich hätte keine Antwort geben können, wenn mich jemand gefragt hätte, was es bedeutet.

 

Mesozoikum – da macht doch schon das Aussprechen Spaß, muss man da wissen, was es bedeutet?

Hier eine kleine Zusammenfassung, falls ihr die letzte Frage mit »JA!« beantwortet habt:

Das Mesozoikum ist ein Erdzeitalter, das vor etwa 251 Millionen Jahren begann und vor etwa

65,5 Millionen Jahren endete. Es wird in Trias, Jura und Kreide gegliedert, wobei wir übrigens die Oberkreide von der Unterkreide unterscheiden!

 

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Wort der Woche Nr. 34: REIBEKUCHEN

 

Warum heißt »Reibekuchen« eigentlich nicht »Pfannkuchen«? Oder warum heißt er nicht »Kartoffel(pfann)kuchen«? Egal, ich bin ja froh – »Reibekuchen« ist ein schönes Wort, erinnert mich ein bißchen an »Reinemachen« (bissel weiter unten).

Meine Oma hat Reibekuchen gemacht, meine Mutter macht Reibekuchen, nur ich ziere mich ein bißchen.

Weil danach die ganze Wohnung stinkt?

Weil man Armschmerzen vom Kartoffelreiben bekommt?

Weil man selber die ganze Zeit am Herd steht und die anderen essen?

Weil einem danach wegen dem nicht zu geringem Fettgehalt etwas unwohl ist?

Weil ich mich nicht zwischen Rübenkraut und Lippischer Leberwurst entscheiden kann?

 

Vielleicht, irgendwann, wage ich mich auch mal daran, direkt nach Wirsingeintopf und Kohlrouladen ... 

 

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Wort der Woche Nr. 33: GRÜBCHEN

 

Im Auto sitzend überlege ich mir, daß »Grübchen« ein schönes neues Wort der Woche wäre und was ich dazu schreiben könnte. Es ist ein Wort mit »chen« am Ende, könnnte also folglich eine Verniedlichung sein (»chen« und »lein« machen alles klein – so habe ich es in der Grundschule gelernt. Übrigens mussten wir MädCHEN dann den ganzen Tag den Spott der Jungen ertragen!).

Und tatsächlich geht mir jetzt erst auf: Sollte es etwa so sein, das Grübchen von Grube kommt? Habe ich etwa zwei (eigentlich drei) kleine Gruben im Gesicht???

Ja, so ist es. Und bei »Wissen macht Ah« lerne ich noch dazu, dass es einen »Grübchenlachmuskel« gibt!

 

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Wort der Woche Nr. 32: FLUTLINIE

 

engl. cotidal line [geol.]

 

Ich höre gerade das Hörbuch »Die Straße« von Cormac McCarthy, gelesen von Christian Brückner. Großartig, beklemmend, heftig. Dort gehen »der Mann« und »der Junge« auf CD 6 entlang der Flutlinie. Ich kannte dieses Wort nicht, finde es aber extrem schön.

Und dann: es gibt keinen Eintrag im Duden ... !? Nicht mal Wikipedia kann mir aushelfen und schlägt mir stattdessen »Fluglinie« vor!

Unter schutzstation-wattenmeer.de kann ich schließlich lernen, dass es sogar eine »mittlere Flutlinie [MThw-Linie] gibt, aber eine Definition finde ich nicht. Ich werde das nächste mal am Meer einfach selber nachschauen : )

 

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Wort der Woche Nr. 31: ZIG

 

Nach dem überaus langem Wort Nr.30 jetzt mal wieder was kompakt kurzes. 

»Zig«, sieht so harmlos aus, ist aber schon schwer auszusprechen, oder geht es nur mir so? Soll man tatsächlich »zich« sagen, oder hat sich das nur so eingebürgert [so wie »Sempf« statt »Senf«]?

Laut Duden steht »Zig« anstelle einer nicht genau bekannten, aber als sehr hoch angesehenen Zahl und ist ein unbestimmtes Zahlwort.

Schön: »hoch angesehen« – sind Ärzte nicht auch hoch angesehen???

 

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Wort der Woche Nr. 30: NIEDERSCHMETTERND

 

Ich dachte tatsächlich, das Wort gibt es nur als Adjektiv und nur vor »Nachricht« oder eben alleine: »Das ist niederschmetternd«.

Bei meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass es »niederschmettern« auch als Verb gibt (»Tu-Wort«, liebe Steffi), Beispiel: »Jemanden mit einem Faustschlag niederschmettern«.

Das habe ich noch nie gehört. Klingt irgendwie so, als würde »jemand« bei diesem Akt in mehrere Teile zersplittern …

 

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Wort der Woche Nr. 29: HANDVOLL

 

Laut Duden kann eine Handvoll sein:

1. Menge, die man in einer Hand halten kann

2. geringe Anzahl

3. fünf

Beispiel: Es waren nicht mal eine Handvoll Leute gekommen.
Interressant, gerade so ein Beispiel zu wählen. Ich überlege gerade, wie viele Leute ich in der Hand halten könnte!
Recherche_2: Clint Eastwood (YEAH!) »Für eine Handvoll Dollar«. Ich werte es als peinliches Versäumnis, den Film noch nicht gesehen zu haben, aber erst mal ist »Citizen Kane« in der Warteschleife.
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Wort der Woche Nr. 28: HALBLANG

 

Den Ausspruch »Jetzt mach mal halblang« ist bekannt. Aber kann man auch lang machen?
Ich habe folgendes herausgefunden: Ja! – vorrausgesetzt, man arbeitet an einem kohlebefeuertem Dampfkessel. Wenn man da lang macht, also die volle »Strecke« mit Kohle belegt, bringt der Kessel die maximale Leistung. 
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Wort der Woche Nr. 27: STIPPVISITE

 

Leider konnte ich nicht rausfinden, woher das Wort kommt. Visite ist klar, kennt man auch als Nicht-Lateiner, oder? [Visitare = besuchen]. Aber was macht das »Stipp-« davor?

Weder der Duden noch Wikipedia können mir weiterhelfen.

Vielleicht von »Stippen« = kurz eintauchen? 

Was für ein schöner Gedanke, kurz in die Welt eines anderen »einzutauchen«.

 

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Wort der Woche Nr. 26: GAR

 

Und damit meine ich nicht das Wort, welches man verwendet, um den Zustand von Essen zu beschreiben, sondern den ersten Teil von z. B. »Gar nichts«. Ich habe mich gefragt, ob es dieses Wort auch solistisch gibt, also ohne »nichts«.
Und siehe da, es gibt das Wort »Gar« als Partikel, Adverb und Adjektiv!
Bedeutung: Überhaupt, sehr.
Als Partikel wirkt es unter anderem verstärkend bei Vermutungen,
Beispiel: Er wird es doch nicht gar gestohlen haben? 
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Wort der Woche Nr. 25: HOSENBODEN

 

= Der Teil der Hose, der das Gesäß bedeckt  [aus: thefreedictionary.com]

 

Interessant, die Erklärung auf einer »englischen« Seite zu finden. Wie könnte das Wort wohl auf englisch lauten??

 

 

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Wort der Woche Nr. 24: ASO

 

Als Kurzform von »Ach so«. Mir ist erst bewusst geworden, dass ich selber immer »Aso« statt »Ach so« sage, als ich das Wort gelesen habe. Beziehungsweise nicht gelesen, sondern gesehen und gedacht habe: »Was ist das denn für ein Wort«? Und dann, beim artikulieren im Kopf, kam das »A..so!!«

 

Als Kind habe ich immer gerne »Knoff-Hoff« gesehen und habe nie über den Titel der Sendung nachgedacht. Jahre später, beim Überfliegen eines Textes, in dem das Wort »Know-how« vorkam, ging mir ein Licht auf.

 

 

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Wort der Woche Nr. 23: FIRNIS

 

 

bezeichnet einen klaren bzw farblosen Schutzanstrich, z. B. für Gemälde. 

Anbei dieses unglaublich einfallsreiche Rätselbild.

 

 

 

 

Bild-Quelle: spielwiki.de

 

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Wort der Woche Nr. 22: UNTERHOLZ

 

Ich hatte so eine Ahnung, was das Wort bedeutet, aber eher Kategorie »gefährliches Halbwissen«. Und siehe da, die Recherche ergab, dass es nicht nur Unterholz sondern auch Oberholz gibt!

Als Unterholz bezeichnet man niedrig [unter den Kronen älterer Bäume] wachsendes Gehölz.

 

 

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Wort der Woche Nr. 21: TAND

 

Laut Duden »wertloses Zeug«, bei Wikepedia immerhin »veraltete Bezeichnung für ein hübsches Ding, das keinen Wert hat«.

Ich befürchte, ich habe dieses Wort noch nie benutzt, obwohl ich allerlei Tand besitze. 

 

 

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Wort der Woche Nr. 20: KWATJES [oder QUATJES?]

 

So hießen früher – als es den Euro noch nicht gab – in den Niederlanden die 1/4 Gulden-Geldstücke. Eine praktische Einheit, für die man – als Kind – schon was geboten bekam. Ich habe jetzt gelesen, dass die Niederländer die 1- und 2-Cent-Münzen quasi schon abgeschafft haben, indem Sie Preise an der zweiten Stelle hinter dem Komma größtenteils auf 5-Cent-Werte ab- bzw aufgerundet haben.

Als Kind habe ich mich immer gefragt, warum es so ein »krumme« Geldstück nicht auch in Deutschland gab. Jedenfalls fand ich schon früher den Namen für die kleine silbernen Geldstücke ganz famos.

 

Es gab übrigens auch ein 2 1/2-Guldenstück, aber ich weiß nicht, ob dieses Geldstück einen speziellen Namen hatte.

 

 

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Wort der Woche Nr. 19: UNFUG

 

Besonders effektvoll mit dem Vorsatz »grober«. 

 

Im Duden steht unter Synonyme:

Allotria, Eulenspiegelei, Posse, Schabernack, Schelmenstreich, Narretei, Fez, Flachs, Jokus (Auszug)

So viele schöne Wörter! Und was für eine Verschwendung, dass sie alle das Gleiche (ähnliche) bedeuten. Ich nehme mir vor, in Zukunft auch mal »So eine grobe Narretei!« zu sagen.

 

 

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Wort der Woche Nr. 18: KESS

 

Kess ist für mich auf jeden Fall ein Mädchen [keine Frau – Junge oder Mann schon mal gar nicht], das auf sympathische Weise frech und selbstbewusst ist.

Ähnlich ist »keck«, aber nicht so gut.

 

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Wort der Woche Nr. 17: SCHNURSTRACKS

 

»Fast wie neu, da selten benutzt«. So könnte die Artikelbeschreibung bei ebay lauten, wenn man das Wort verkaufen könnte.

 

Bedeutung: auf direktem Weg und ohne sich mit etwas aufzuhalten

 

Herkunft: aus dem mittelhochdeutschen strac = gerade, dieses wiederum ist ein Deverbativ von streckenschnurstrack bedeutet eigentlich »schnurgerade«.

 

PS: »Gehen sie ins Gefängnis. Begeben Sie sich direkt dort hin. Gehen sie nicht über Los und ziehen sie keine 4000 Mark ein.«

So viele Worte, dabei hätte »schnurstracks« gereicht!

 

 

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Wort der Woche Nr. 16: PERMAFROST

 

Ohne Begründung. Finde ich einfach schön.

 

 

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Wort der Woche Nr. 15: FEUERZEUG

 

Auseinandergenommen = Feuer + Zeug.

Feuer, ok – macht Sinn. Aber »Zeug«? Warum heisst es nicht Feuerding(sbums) oder Feuerstab, Feuererzeuger, Feuergerät, Feuermacher, Feuerteil ... ?

 

PS: »macht Sinn« kommt laut meinem Typo-Prof aus dem Englischen – »that makes sense« – und müsste im Deutschen eigentlich heißen »das hat einen Sinn«. Nur so am Rande.

 

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Wort der Woche Nr. 14: JÄH

 

Die unten schon vorgekommene Freundin, mit der ich öfter »Aussprechthemen« diskutiere, spicht Käse auch »Käse« aus (betontes »ä«), ich hingegen sage eigentlich »kese«.

Das Wort der Woche Nr. 14 kann man aber nur mit einem richtigen »ä« aussprechen, sonst klingt es ja wie »je« (Ihr erinnert euch? Ich sage nur »erstarrte Kasusform«!!, siehe Wort der Woche Nr.7).

 

Erstaunlich finde ich, das ein Wort mit nur drei Buchstaben drei »Punkte über den Buchstaben« hat. (Gibt es dafür eigentlich ein Wort? Ok, »i-Punkt« kenne ich, aber gibt es auch »ö-Punkte«?

Oder »Umlaut-Punkte«?? Und wusstet ihr, dass es auch einen »i-Umlaut« gibt? Aber das führt jetzt wohl zu weit ...)

PS: Das mit den drei Punkten gilt natürlich nur für die klein geschriebene Wort-Version.

 

 

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Wort der Woche Nr. 13: DUSTER

 

Ein Synonym für das Adjektiv »dunkel«, aber es beinhaltet doch viel mehr. Duster kann es meiner Meinung nach nur draußen sein und auch nur abends, nicht morgens. 

 

Im Wörterbuch habe ich gefunden: 

1. dunkel und unheimlich 

2. so, dass es nichts Gutes verheißt

 

Diese Definition passt allerdings eher zu »düster«, oder nicht? Was so zwei Punkte über einem »u« ausmachen … 

 

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Wort der Woche Nr. 12: YTONG

 

Zwischen einer Freundin und mir gibt es den laufenden Witz, das wir das französiche Wort »Gratin« betont deutsch »Gratäng« aussprechen. Bei Ytong funktioniert das leider nicht. Vielleicht sollten wir es umgekehrt mit der französischen Aussprache versuchen … ?

 

»Ytong« leitet sich übrigens ab vom schwedischen »Yxhults ånghärdade gasbetong«.

Was das bedeutet, könnt ihr selber rausfinden!

 

 

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Wort der Woche Nr. 11: REINEMACHEN

 

Inkludiert staubsaugen, wischen und (Fenster-)putzen – also quasi ein Frühjahrsputz ohne »Frühjahrs«. Ist dieses Wort familienintern oder ist es »außerhalb« auch bekannt?

»Sauber machen« wäre wohl das schnöde, moderne Synonym.

 

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Wort der Woche Nr. 10: KLAMMHEIMLICH

 

 

Dieses Wort zählt zu meinen Lieblingswörtern, seit ich in der 7. (?) Klasse im Lateinunterricht gelernt habe, das »clam« das lateinische Wort für »heimlich« ist. Klammheimlich bedeutet also »heimlichheimlich«. Wie unheimlich wunderbar! 

 

 

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Wort der Woche Nr. 9: SUMMA SUMMARUM

  

Ein Ausdruck, den man eigenltich nur in Gedankenstrichen eingebettet benutzt und in der wörtlichen Rede einen Ton tiefer ausspricht.

 

 

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Wort der Woche Nr. 8: SCHLÜRFEN

 

... weil schon beim aussprechen deutlich wird, welche Bedeutung das Wort hat!

 

 

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Wort der Woche Nr. 7: JEHER

 

[Produkt xy wird seit jeher ohne Konservierungsstoffe hergestellt] 

 

Im Duden steht: 

seit / von jeher

Bedeutung: »so lange, wie die Erinnerung zurückreicht«

Herkunft: »aus »je« und »her«

 

Also ist es relevant, wie alt derjenige ist, der den Begriff »seit jeher« benutzt, denn die Erinnerung reicht ja bei verschieden alten Leuten verschieden lang zurück!

 

 

PS: »je« geht zurück auf eine erstarrte Kasusform eines germanischen Substantivs mit der Bedeutung »Zeit, Lebenszeit, Zeitalter«!  [DUDEN]

ERSTARRTE KASUSFORM!

Ich glaube, ich kenne schon das Wort der Woche Nr. 8!!!!!!

 

 

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Wort der Woche Nr. 6: VERMALEDEIT

 

 

Dieses Wort wird ja leider nur noch sehr selten benutzt, obwohl es so großartig ist. Viel schöner als verflu.... oder verda... 

Verflixt ist auch sehr schön, aber vermaledeit hat so prächtig viele Silben, die man – wenn man in der richtigen Situation ist – bestens einzeln betonen kann, um die Bedeutung zu unterstreichen!!

 

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Wort der Woche Nr. 5: BABAUTER

 

Leider weiß ich nicht, was es heißt. Mein Sohn sagt das immer mal wieder und es hat unterschiedliche Bedeutungen: Bauarbeiter, Klabauter, Tatütata, Gartenzaun.

Wie ungemein praktisch!

 

 

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Wort der Woche Nr. 4_2:  BITTERKALT

 

Eigentlich noch schöner als klirrend kalt, da es auch noch ein negativ besetztes vorangestelltes Adjektiv hat – fast als ob Kälte auch noch einen schlechten Geschmack verursacht!

 

 

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Wort der Woche Nr. 4:  KLIRRENDE KÄLTE

 

Eine besondere Art der Kälte. Eine Kälte, die Geräusche macht ... ? Ich errinnere mich an dieses Geräusch, wenn ich früher auf dem gefrorenem See Schlittschuh gelaufen bin und es so unheimlich geknarzt hat. 

 

 

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Wort der Woche Nr. 3: ROTBAUCHFLIEGENSCHNÄPPER

 

Indem Sie den Ruf dieses Vogels nachahmen, warnen sich Die drei ??? gegenseitig vor Gefahren, so z. B. in der Folge »Tödliches Eis«.

Ich stelle mir vor, wie der Autor der Romanvorlage einen Heidenspaß hatte, in einer ornithologischen Enzyklopädie einen möglichst lustigen – aber noch aussprechbaren – Namen zu suchen und mit diesem Fund belohnt wurde. Und ich versuche mir die Selbstdisziplin der Synchronsprecher vorzustellen, die diesen Namen aussprechen müssen, ohne jedes Mal in Lachen auszubrechen.

Ich für meinen Teil muss jedes mal lachen, wenn ich höre:

 

»Tja, Mr. Woodland, der Goldrausch scheint auch Ihnen zu Kopf gestiegen zu sein. Sonst hätten sie gleich erahnen können, dass Bobs Ruf des Rotbauchfliegenschnäppers ein Singvogel ist, der in Alaska keineswegs beheimatet ist!«

 

So sieht übrigens ein Rotbauchfliegenschnäpper aus:

[gefunden bei: www.ansichtskarten-center.de/webshop]

 

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Wort der Woche Nr. 2: FLUNKERN

 

Eigentlich ja lügen, aber auf eine unschuldige, freche Weise. Nein, ich bin mir doch sicher, dass es nichts mit lügen gemeinsam hat. Es ist eine fantasievolle Form der Unwahrheit! 

Vielleicht können nur Kinder flunkern? 

 

 

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So, ich starte hier jetzt mal meine persönliche »Wort der Woche«-Liste, bei der ich meine aktuellen [oder bereits lange bewunderten] Lieblingsworte preisgebe. Unabhängig von irgendwelchen Sprachwissenschaftlern, Vereinen zur Erhaltung schöner Worte oder sonst was. Nur meine eigenen privaten Lieblingsworte. Kommentare, eigene Vorschläge und Bewunderungsausrufe sind erwünscht!

 

 

Hier kommt also Wort der Woche Nr. 1: TEILCHEN

 

Süßes, meist rundes Gebäckstück, das man beim Bäcker käuflich erwerben kann.

Teilchen = ein kleines »Teil« [was ja eigentlich ALLES sein könnte!]

Ein ungeheuer schönes Wort, großartig!!! 

Da stellt sich mir nur die Frage: Kann sich ein Bäcker zum Teilchenbeschleuniger ausbilden lassen??